Ingo Greiner fertigt eine Augenepithese, Einnähen der Wimpern

Augenepithese: Ästhetische Rehabilitation für das Auge

Der Verlust eines Auges durch Tumoroperationen (z. B. Basaliom), Unfälle oder angeborene Defekte betrifft meist nicht nur den Augapfel selbst, sondern auch die umgebenden Weichteile wie Augenlider und Augenhöhle. Eine Augenepithese berücksichtigt alle Gewebeverluste und bildet das natürliche Gesicht nach.

Diese Indikationen stellen für Betroffene eine immense Belastung dar. Da das Gesicht die „persönliche Visitenkarte“ eines Menschen ist und unmittelbar Emotionen ausdrückt, ist eine hochwertige Versorgung entscheidend für die soziale Reintegration.


Differenzierung: Augenprothese vs. umfassende Orbita-Epithese

In der epithetischen Versorgung unterscheiden wir zwischen zwei grundlegenden Versorgungsformen:

  1. Augenprothese (Bulbusversorgung): Eine reine Glas- oder Kunststoffprothese dient als Ersatz des Augapfels und wird direkt von der Augenhöhle aufgenommen. Diese Versorgungen übernehmen wir nicht.
  2. Orbita-Epithese (Auge-Hautgewebe-Epithese): Bei größeren Defekten, die über den Augapfel hinausgehen, ersetzt die Orbita-Epithese zusätzlich zum Augapfel das Haut- und Muskelgewebe der Augenlider sowie angrenzende Partien der Wange oder Stirn ästhetisch.

Die Kunst der täuschend echten Nachbildung

Ganz entscheidend für ein natürliches Erscheinungsbild der Augenepithese ist die handwerkliche Meisterschaft in der Detailgestaltung. Wir nutzen hierfür medizinisches Silikon, das in verschiedenen Shore-Härten geschichtet wird, um weiche Ränder (30 Shore) für einen nahtlosen Übergang zur Haut zu schaffen.

Um eine ausgezeichnete Camouflage zu erreichen, achten wir auf:

  • Detailgetreue Nachahmung: Feinste Äderchen, Fältchen und Tränensäcke werden händisch modelliert, um die Mimik wieder lebendig werden zu lassen.
  • Eingearbeitete Naturhaare: Für ein perfektes Finish werden Wimpern und Augenbrauen einzeln in das Silikon eingearbeitet.
  • Individuelle Farbgebung: Die Epithese wird im Beisein des Patienten farblich so perfektioniert, dass sie auch bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen natürlich wirkt.

Befestigung: Sicherheit und Funktion im Alltag

Die Wahl der Befestigung ist für den sicheren Sitz und das Wohlbefinden des Patienten von zentraler Bedeutung:

  • Knochenverankerte Magnete (State of the Art): Diese Methode ist heute das Verfahren der Wahl. Mittels kleiner Titanimplantate, die im Knochen einheilen, wird die Epithese über Magnete fixiert. Dies garantiert einen absolut stabilen Halt, verhindert ein Verrutschen und ermöglicht ein kinderleichtes Auf- und Absetzen.
  • Hautkleber: Eine alternative Befestigung erfolgt mit speziellen medizinischen Klebstoffen. Dies ist oft eine schnelle Lösung, birgt jedoch das Risiko von Hautirritationen oder einer ungenauen Positionierung der Epithese.
  • Brillenbefestigung: Hierbei wird die Epithese mechanisch an einer Brille fixiert. Dies ist jedoch fast immer unbefriedigend.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite Epithesen-Materialien & -Befestigung.


Lassen Sie sich beraten

Nutzen Sie unsere Epithesen-Sprechstunden in ganz Deutschland. Gerne kommen wir auch zu Ihnen. Terminvereinbarung unter 0431 6666 8640 oder info@ingo-greiner.de.


Häufige Fragen zu Augenepithesen

Was ist der Vorteil einer Orbita-Epithese gegenüber einer Operation?

Komplexe Strukturen wie Augenlider lassen sich chirurgisch kaum naturgetreu nachbilden. Eine Epithese bietet hier ein oft deutlich besseres ästhetisches Ergebnis und ermöglicht bei Tumorpatienten eine bessere onkologische Verlaufskontrolle, da das Operationsgebiet nach Abnahme der Epithese gut einsehbar ist.

Wie lange hält eine Augenepithese aus Silikon?

Aufgrund natürlicher Materialalterung und Verfärbungen (z. B. durch UV-Licht oder Nikotin) ist in der Regel alle zwei Jahre eine Neuanfertigung notwendig. Bitte beachten Sie auch unsere Informationen zur Epithesen-Pflege von A-Z.

Kann ich mit der Epithese schlafen?

Nein, es wird empfohlen, die Epithese nachts abzunehmen, damit die Haut darunter „atmen“ kann und das Infektionsrisiko minimiert wird.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Ja, Augenepithesen sind anerkannte Hilfsmittel. Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernehmen im Regelfall die Kosten. Wir unterstützen Sie aktiv bei der Antragstellung, siehe Ablauf einer Epithesen-Versorgung.

Was ist der Unterschied zwischen Glas- und Kunststoffaugen?

In Epithesen verwenden wir bevorzugt Kunststoffaugen, da diese weniger empfindlich als Glasaugen sind und sich präziser in das Silikon der Orbita-Epithese einpassen lassen.