Epithesen-Materialien & -Befestigung: für Ihren sicheren Alltag

Die Entscheidung für eine Epithese ist ein wichtiger Schritt zurück ins Leben. Damit ein Gesichtsersatz nicht nur täuschend echt aussieht, sondern sich im Alltag auch sicher und komfortabel anfühlt, sind zwei Faktoren entscheidend: die Wahl des richtigen Materials und ein zuverlässiges Befestigungssystem.

Im Zentrum für Epithetik Ingo Greiner greifen wir auf jahrzehntelange Erfahrung in vierter Generation zurück, um für Ihre individuelle anatomische Situation die optimale Kombination aus Werkstoff und Verankerung zu finden.


Unsere Materialien: Naturgetreu und hautverträglich

Während historisch Materialien wie Porzellan, Gummi, Zelluloid oder harte Kunststoffe verwendet wurden, haben sich heute weiche, hochmoderne Werkstoffe durchgesetzt.

Medizinisches Silikon: Der Goldstandard

Der Hauptwerkstoff der modernen Epithetik ist medizinisch graduiertes Silikon. Gegenüber harten Kunststoffen (Methacrylaten) bietet es entscheidende Vorteile für den Tragekomfort und die Gewebeschonung.

  • Körperähnliche Eigenschaften: Silikon ist extrem flexibel, schmiegt sich an mimische Bewegungen an und nimmt rasch die Körperwärme auf, sodass es kaum als Fremdkörper wahrgenommen wird.
  • Individuelle Shore-Härte: Eine Besonderheit unserer Fertigung ist das Schichten des Silikons in verschiedenen Härtegraden (Shore). Wir können die Randbereiche extrem weich gestalten (z. B. 30 Shore), damit sie unsichtbar mit der Haut verschmelzen. Abstützende innere Bereiche werden hingegen stabiler geformt (z. B. 70 Shore).
  • Hautverträglichkeit: Es verursacht bei Reibung durch Kaubewegungen keine Entzündungen der Oberhaut, wie es bei starren Materialien früher oft der Fall war.

Kunststoffe und lebensechte Details

Für den Ersatz des Augapfels in einer [Augenepithese / Orbita-Epithese -> Link] verwenden wir bevorzugt individuelle Augen aus Kunststoff (Acrylat). Diese sind robuster als klassische Glasaugen und lassen sich präziser in das umgebende Silikon einpassen. Die Illusion der Echtheit vollenden wir durch die händische Einarbeitung von feinsten Äderchen sowie echten Naturhaaren für Wimpern und Augenbrauen.


Befestigungssysteme: Sicherer Halt in jeder Situation

Eine Epithese muss im Alltag – sei es beim Sport, beim Sprechen oder beim Kauen – verlässlich halten. Die Wahl der Befestigung hängt von der Größe des Defekts, der Beschaffenheit des Gewebes und Ihren persönlichen Präferenzen ab.

Knochenverankerte Implantate und Magnete (State of the Art)

Die Implantatverankerung ist heute die sicherste und komfortabelste Methode. Hierbei werden kleine Titanimplantate in den Knochen eingesetzt, die dort fest einwachsen (Osseointegration).

  • Das Prinzip: Auf die Implantate werden winzige Magnet- oder Stegkonstruktionen gesetzt. Die Epithese „klickt“ sich über Gegenmagnete fast von selbst an die richtige Position.
  • Vorteile: Absolut sicherer Halt ohne Verrutschen, Hautfreundlichkeit (da kein Kleber nötig ist) und einfachste Handhabung.
  • Anwendung: Ideal für die [Ohrepithese -> Link], [Nasenepithese -> Link] und [Gesichtsepithese -> Link]. Bei Kindern nutzen wir spezielle, das Schädelwachstum nicht hemmende Magnete.

Chemische Verankerung (Hautkleber)

Die Epithese wird mit speziellen medizinischen Hautklebern direkt am Körper fixiert.

  • Vorteile: Es ist kein operativer Eingriff zur Implantatsetzung nötig, was oft eine sehr schnelle Erstversorgung ermöglicht.
  • Nachteile: Der Halt ist im Vergleich zu Implantaten geringer, insbesondere bei starkem Schwitzen. Bei dauerhafter Anwendung kann der Kleber Hautirritationen oder Allergien auslösen. Diese Methode eignet sich vor allem für kleinere Defekte.

Anatomische Verankerung

In bestimmten Fällen kann die Form des Defekts selbst genutzt werden. Die Epithese klemmt sich durch ihre hohe Flexibilität in natürliche Nischen oder Unterschnitte ein (Klemmfixierung). Dies kommt häufig bei tiefen Höhlen im Rahmen einer Augenepithese / Orbita-Epithese zum Tragen. Eine Besonderheit bilden Tracheaepithesen, die wir so konstruieren, dass sie durch exakte Passung zu 100 % selbsthaltend sind – ganz ohne Bänder oder Kleber.

Mechanische Befestigung (Brille)

Hierbei wird die Epithese fest an einem Brillengestell montiert. Diese Lösung ist unkompliziert und eignet sich für ältere oder weniger belastbare Patienten, hat jedoch den Nachteil, dass der Defekt bei jedem Abnehmen der Brille sofort freigelegt wird.


Hochkomplexe Kombinationsversorgungen

Ein besonderes Fachgebiet von Ingo Greiner ist die Kopplung von Epithesen mit intraoralem Zahnersatz (Defektprothesen/Obturatoren). Bei ausgedehnten Defekten, die vom Oberkiefer bis ins Gesicht reichen, fertigen wir dreigeteilte Konstruktionen. Starke Titanmagnete verbinden dabei die Gaumenepithese / Obturator im Mundinneren absolut stabil mit der äußeren Gesichtsepithese. Dadurch wird das Schlucken und Trinken wieder sicher möglich, ohne dass Flüssigkeit nach außen dringt. Auch zur Abdichtung komplexer Speiseröhrenepithesen kommen solche spezialisierten Kopplungen zum Einsatz.


Lassen Sie sich beraten

Nutzen Sie unsere Epithesen-Sprechstunden in ganz Deutschland. Gerne kommen wir auch zu Ihnen. Terminvereinbarung unter 0431 6666 8640 oder info@ingo-greiner.de.